Annak’s Weblog

Juni 26, 2009

Aha. Michael Jackson ist tot.

Gespeichert unter: Uncategorized — giselerqualle @ 5:39

Das Internet schäumt nur so über vor Trauerbekenntnissen und „Rest in Peace, King of Pop!“-Rufen. Wahrscheinlich bin ich der 128571234 Blogmensch, der seinen Senf zu diesem popkulturell einschneidenden Ereignis zu geben versucht. Daran wundert mich nicht etwa, dass es außer mir so viele Menschen gibt, die kein Leben und deshalb Zeit für unnötige, internetüberfüllende Texte haben, vielmehr erstaunt es mich, dass der von mir sonst so unverehrte Mr. Jackson nicht gegangen ist, ohne mich verblüfft zurückzulassen. Schließlich kannte ich diesen Menschen nicht persönlich, fand seine Musik eher mittelmäßig bis überhaupt nicht gut und empfinde auch kein bisschen ehrliche Trauer.
Trotzdem denke ich über meinen allerallerersten Hugoo-Artikel nach und weiß noch, wie ich damals geschrieben habe: „Michael Jackson ist jetzt 50 Jahre alt. [...] Was wünschen wir dem King of Pop also zum Geburtstag? Weitere 50 Jahre für weitere verstümmelnde Operationen? Eher nicht.“
Damals wusste ich nicht, dass Michael Jackson ein knappes Jahr später genau dies tun würde, genau das, was ich ihm damals geraten hätte: aufhören, weggehen. In erster Linie: gehen. Nun ist er allerdings doch sehr, sehr endgültig gegangen. Ein Haus auf einer einsamen Insel für den alternden Jackson hätte mit schon gereicht, so ein Herzstillstand ist da eher der krassere Weg, sich von der Welt zu verabschieden. Man will nicht sagen, dass es vielleicht das Beste für den King of Pop war, denn der Tod ist grundsätzlich für niemanden etwas wirklich erstrebenswertes, aber wer weiß, was noch gekommen wäre, wenn der Herzstillstand ein bisschen auf sich hätte warten lassen. Alle enttäuschten Fans können sich ja einfach darauf verlassen, dass Michael Jackson den gleichen Weg gewählt hat wie Elvis und eigentlich doch irgendwo auf einer kleinen Insel unter einer Palme liegt, sich die Sonne auf den schwarzen Regenschirm scheinen lässt, während er durch ein Loch in seinem Mundschutzatemmaskending einen alkoholfreien Cocktail schlürft. Mit diesem Bild im Kopf schläft man dann gleich viel ruhiger ein.
Ob man vor Michael Jacksons Tod als sein treuer Fan so gut schlafen konnte, kann ich nicht beurteilen, aber es war schon eigenartig, sich diesen Menschen im Fernsehen anzusehen, wie er sich selbst verstümmelte, seine eigenen Kinder beinahe aus Hochhäusern fallen ließ, die Kinder anderer Leute möglicherweise missbrauchte, sein gesamtes Vermögen auf wundersame Weise verlor und letztendlich nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst war.
Aber alle, die vorher eher die Begriffe „pädophil“, „Nase“ und „Absturz“ mit dem King of Pop assoziierten sind auf einmal schrecklich traurig über den Abgang des Phänomens. Nach dem Motto: „Keine Witze über Tote!“ heuchelt ein Großteil der Bevölkerung Mitgefühl. Kritik sollte man allerdings schon anbringen dürfen und wollen. Sicherlich konnte Mr.Jackson irgendwas, Lebensklugheit und Vernunft dürften aber keineswegs zu seinen großen Talenten gehört haben.
Jetzt ist er weg.
Und ich bin nicht traurig.
Es ist mir eher egal.
In meinem Leben ändert sich ja nichts.
Trotzdem ist es komisch.

Noch keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Kommentieren

Bloggen Sie auf WordPress.com.