Aha. Michael Jackson ist tot.

Das Internet schäumt nur so über vor Trauerbekenntnissen und “Rest in Peace, King of Pop!”-Rufen. Wahrscheinlich bin ich der 128571234 Blogmensch, der seinen Senf zu diesem popkulturell einschneidenden Ereignis zu geben versucht. Daran wundert mich nicht etwa, dass es außer mir so viele Menschen gibt, die kein Leben und deshalb Zeit für unnötige, internetüberfüllende Texte haben, vielmehr erstaunt es mich, dass der von mir sonst so unverehrte Mr. Jackson nicht gegangen ist, ohne mich verblüfft zurückzulassen. Schließlich kannte ich diesen Menschen nicht persönlich, fand seine Musik eher mittelmäßig bis überhaupt nicht gut und empfinde auch kein bisschen ehrliche Trauer.
Trotzdem denke ich über meinen allerallerersten Hugoo-Artikel nach und weiß noch, wie ich damals geschrieben habe: “Michael Jackson ist jetzt 50 Jahre alt. [...] Was wünschen wir dem King of Pop also zum Geburtstag? Weitere 50 Jahre für weitere verstümmelnde Operationen? Eher nicht.”
Damals wusste ich nicht, dass Michael Jackson ein knappes Jahr später genau dies tun würde, genau das, was ich ihm damals geraten hätte: aufhören, weggehen. In erster Linie: gehen. Nun ist er allerdings doch sehr, sehr endgültig gegangen. Ein Haus auf einer einsamen Insel für den alternden Jackson hätte mit schon gereicht, so ein Herzstillstand ist da eher der krassere Weg, sich von der Welt zu verabschieden. Man will nicht sagen, dass es vielleicht das Beste für den King of Pop war, denn der Tod ist grundsätzlich für niemanden etwas wirklich erstrebenswertes, aber wer weiß, was noch gekommen wäre, wenn der Herzstillstand ein bisschen auf sich hätte warten lassen. Alle enttäuschten Fans können sich ja einfach darauf verlassen, dass Michael Jackson den gleichen Weg gewählt hat wie Elvis und eigentlich doch irgendwo auf einer kleinen Insel unter einer Palme liegt, sich die Sonne auf den schwarzen Regenschirm scheinen lässt, während er durch ein Loch in seinem Mundschutzatemmaskending einen alkoholfreien Cocktail schlürft. Mit diesem Bild im Kopf schläft man dann gleich viel ruhiger ein.
Ob man vor Michael Jacksons Tod als sein treuer Fan so gut schlafen konnte, kann ich nicht beurteilen, aber es war schon eigenartig, sich diesen Menschen im Fernsehen anzusehen, wie er sich selbst verstümmelte, seine eigenen Kinder beinahe aus Hochhäusern fallen ließ, die Kinder anderer Leute möglicherweise missbrauchte, sein gesamtes Vermögen auf wundersame Weise verlor und letztendlich nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst war.
Aber alle, die vorher eher die Begriffe “pädophil”, “Nase” und “Absturz” mit dem King of Pop assoziierten sind auf einmal schrecklich traurig über den Abgang des Phänomens. Nach dem Motto: “Keine Witze über Tote!” heuchelt ein Großteil der Bevölkerung Mitgefühl. Kritik sollte man allerdings schon anbringen dürfen und wollen. Sicherlich konnte Mr.Jackson irgendwas, Lebensklugheit und Vernunft dürften aber keineswegs zu seinen großen Talenten gehört haben.
Jetzt ist er weg.
Und ich bin nicht traurig.
Es ist mir eher egal.
In meinem Leben ändert sich ja nichts.
Trotzdem ist es komisch.

Add comment Juni 26, 2009 giselerqualle

Zwei, die sich nicht verstehen

Der Teilchenbeschleuniger und die Ethik

“Da achtet man dann erstmal nicht so auf Produktivität, sondern es geht einfach um die Forschung!”, sagt Herr Schröer. Dies ist seine Antwort auf die Frage, warum irgendwo in der Schweiz mit Hilfe eines technisch hochentwickelten Apparats, der die Ausmaße einer Kleinstadt hat, sehr kleine Teilchen mit einer Geschwindigkeit, die dem Licht sehr nahe kommt, sehr schnell aufeinandergeschossen werden, nur um hinterher festzustellen, dass man sie noch kleiner machen kann. Für so ein Projekt fließen dann eben auch mal drei Milliarden Euro aus den Kassen verschiedener Staaten, schließlich geht es um Forschung, und Forschung ist Fortschritt und Fortschritt brauchen wir.
Aber in welche Richtung?
Mal ganz davon abgesehen, dass die Menschheit mit der Entwicklung der Atombombe eher einen Schritt zur Selbstzerstörung als zum Besseren gemacht hat, sollte man sich vielleicht überlegen, ob Fortschritt denn wirklich immer so richtig ist.
Bis jetzt hat er uns nur Folgendes gebracht: Angst vor dem Weltuntergang durch einen Atomkrieg, Barbara Sommer als Schulministerin, die Umweltverschmutzung, Bushido/Sido, den Roman von Charlotte Roche, krebserregendes Spielzeug aus China, Kinderarbeit in China, ungerechte Verteilung von Wohlstand auf die einzelnen Kontinente, Ungerechtigkeit im Allgemeinen, Internetsinglebörsen, Lady Gaga auf der ewigen Poleposition in den deutschen Charts, rumschwulende Hauptstadtbürgermeister, den Tod von Lady Diana, Kinderpornografie, Paris Hilton, den vorläufigen Ruhestand von “Wir sind Helden”, streunende Hunde in Russland, verstrahlte Kinder in Hiroshima, verstrahlte Prominente auf roten Teppichen.
Und jetzt kommen sie wieder alle an. “Aber du würdest doch auch nicht ohne fließenden Strom und Wasser leben können! Wir wollen ja nicht wieder leben wie in der Steinzeit, und davor schützt uns die Kernenergie. Deswegen müssen wir Teilchen ganz schnell aufeinander knallen lassen, damit wir neue Erkenntnisse für bessere Kraftwerke sammeln!”
Aber wollten wir nicht eigentlich alles auf Solaranlagen und Wind umstellen?
Hatten wir nicht vor, wieder lieb zu unserem Planeten zu sein?
Vielleicht stehen aber auch einfach die falschen Dinge oben auf meiner Prioritätenliste. Meiner Ansicht nach ist Fortschritt nicht nur technisch-naturwissenschaftlicher Natur, genau so müssen wir gesellschaftlich und menschlich noch ein paar Schritte laufen, bis wir da sind, wo wir  doch eigentlich schon lange sein könnten, wenn da nicht immer diese Leute mit ihren Teilchenbeschleunigern kämen. Alle drei Sekunden stirbt ein Kind irgendwo auf der Welt, weil es nichts zu essen hatte. Die ganze Zeit werden irgendwo in Deutschland Kinder schlecht behandelt und haben möglicherweise Probleme, aus denen man ihnen mit ein bisschen finanzieller Unterstützung hinaushelfen könnte. Traurig.
Herr Schröer, sie waren doch bestimmt gut in Mathe.
Wie vielen Kindern hätte man mit drei Milliarden Euro helfen können?
Wie lange wäre mit drei Milliarden Euro mal nicht alle drei Sekunden ein kleiner Mensch gestorben?
Meiner Meinung nach wäre eine halbe Minute ohne tote Kinder bereits drei Milliarden Euro wert.
Allerdings will ich nicht wie die arrogante Weltverbesserin klingen.

14 comments Juni 17, 2009 giselerqualle
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Un(n)a Festa Italiana

Ich probierte ein weiteres Mal, mich mit meiner Heimatstadt anzufreunden. Ich wollte ihr eine weitere Chance geben, mich vielleicht doch noch davon zu überzeugen, dass meine Eltern mich da in ein super Umfeld geboren hatten. Und so ein Stadtfest, also ein Fest, bei dem sich die Stadt trifft, um gemeinsam fröhlich zu feiern, sollte dazu doch eigentlich die beste Gelegenheit sein. Warum das Fest aus irgendeinem Grund unter dem Motto “Italien” stand war mir zwar schleierhaft, aber ich probierte, mich nicht daran zu stören.

Schon von weitem hörte ich die fröhliche Musik. Ein großer Pavillon, geschmückt mit kleinen, bunten Lichtern stand vor dem Rathaus, von hinten sah ich langhaarige Musiker mit wenig Freude ihrer Arbeit nachgehen. Vor dem bunt leuchtenden Pavillon standen Rentner mit glänzenden Augen, so begeistert schienen sie von den Darbietungskünsten der beiden Sänger. Ich bemühte mich, nicht zu doof zu kichern, als ich mir die zwei motivierten Menschen auf der Bühne ansah. Eine Frau um die fünfzig stand in einem dunkelblauen Hosenanzug da und wedelte im Takt ihres eigenen Gesangs mit dem Arm, der kein Mikrofon halten musste. Ihre grauen Haare hatte sie erst braun gefärbt um selbiges anschließend mit zu vielen blonden Strähnchen zu versehen, was  aufgrund der dadurch entstehenden Aufgesetztheit nur zu gut zu ihrem Gesicht passte, an dem sich mehrere Italienische Schönheitschirurgen übermäßig ausgelebt haben mussten. “Zwanzig Schönheitsoperationen und trotzdem sind Sie hässlich!”, war mein erster Gedanke als ich mir überlegte, wie man ein Gespräch mit einer so schönen Frau beginnen könnte. Neben ihr stand und sang ein etwas jüngerer Herr, der glücklicherweise weniger operiert war, weswegen man seinen italienischen Ursprung zumindest im Ansatz vermuten konnte. So trällerten der kleine, dicke Italiener und die alte, hässliche Frau mit aus technischen Gründen undefinierbarem Ursprung zusammen italienische Lieder, mal langsam, mal schnell, aber immer Zielgruppenorientiert nah an den älteren Mitbürgern, die zugegebenerweise auch im Überfluss präsent waren. Ich schämte mich. Nicht, weil ich selbst irgendetwas peinliches tat. Ich schämte mich für all die alten Menschen, die ehrfürchtig auf die Bühne sahen und für die, die ehrfürchtig angesehen wurden, weil sie ihr Gesangstalent auf Kleinstadtfesten der Bevölkerung aufdrängen mussten.
Als ich mich immer weiter von der Quelle der bösen Musik entfernte dachte ich, dass es jetzt ja nur noch besser werden könnte. Zu meinem Glück war die Fußgängerzone nicht zu voll, da die meisten Einwohner am nächsten Tag arbeiten mussten, was mir das Gedränge und den unfreiwilligen zu engen Körperkontakt mit den angetrunkenen, meist älteren Herrschaften, die das Fest bevölkerten, ersparte. So bat sich mir ebenfalls die Gelegenheit, mir die kleinen Stände, die ja eigentlich alle irgendetwas mit Italien zu tun haben sollten, genauer anzusehen. Natürlich waren wie immer die üblichen Verdächtigen vertreten. Stände, an denen man zu hohen Preisen qualitativ niedrigwertiges erwerben konnte, an denen hauptsächlich Leute stehen blieben, deren Horizont nicht weit genug reichte, alsdass sie auf die Idee gekommen wären, dass es die gleiche Handtasche im Laden gegenüber für die Hälfte des Preises gab. An einem dieser Konsumtempel des kleinen Mannes sah ich ein junges Mädchen neben einem Ständer stehen, an dem Blumenketten aus Plastik hingen, für die man im Herkunftsland China bestimmt lange und mit viel Mühe gearbeitet hatte. “Hawaiketten 1 Euro” stand auf einem Schild darüber. Ganz davon abgesehen, dass diese Ausgeburten irgendwelcher Plastikabfälle auf keinen Fall mehr als drei Cent wert waren, beschwerte sich das Rechtschreibzentrum meines Gehirns über die Schreibweise des Wortes “Hawaii”, bei dem man wohl einfach mal ein “i” vergessen hatte. Wenn das kleine Mädchen, dass sich bewundernd die bunten Kunststoffblumen ansah, in der nächsten Erdkundestunde Hawaii durchgenommen hätte, hätte es sich wohl entweder über seinen Lehrer gewundert oder, mit ein bisschen Intelligenz, für immer das Urvertrauen in Stadtfestverkaufsstände verloren.
Dann wäre sie auch mit genug Skepsis an den ökologisch mit Sicherheit einwandfreien Holzwohnwagen vorbeigegangen, in denen ökologisch mit Sicherheit auch einwandfreie Verkäufer standen, die ihren Kunden auf einem kleinen Schild “pädagogische Bücher” versprachen. Bücher können pädagogisch wertvoll sein, sie können das Thema Pädagogik behandeln, sie können von Pädagogen geschrieben worden sein. Aber das Buch an sich kann doch nicht wirklich pädagogisch sein, oder ist das nur in meiner Welt so?

Gegenüber von den pädagogischen Bücherverkaufsständen verkauften arme Studentinnen italienische Spezialitäten, die das Prädikat “frisch” alle nicht verdient gehabt hätten. Nachdem ich mich aus dem Geruchsfeld dieser Leckereien entfernt hatte, lief ich mit dem Kopf voraus in eine Gruppe Rentner, die den Weg zum Marktplatz blockierten, weil sie alle in einem Halbkreis dastanden und auf irgendetwas starrten, das sich schräg über mir befinden musste. Auf einmal wurde es hinter mir hell. Ich verstand, dass die alten Menschen den Moment abwarteten, in dem die runden Bögen aus bunten Lichtern die Fußgängerzone erleuchten sollten. Der Moment war also gekommen und alle machten gleichzeitig “Aaaaah”. Nicht, weil sie sich vor Begeisterung kaum halten konnten, sondern weil man das eben so machte. Seit zwanzig Jahren wurde auf dem Festa Italiana “Aaaaah” gemacht, wenn das Licht abends anging, diese Tradition musste fortgesetzt werden. Ich schämte mich mal wieder, und mal wieder nicht für mich selbst, sondern für die ganzen Rentner, die sich aus Tradition freuten.

Gefühle, die man nur empfindet, weil der Zeitpunkt und die Gewohnheit einen dazu zwingen, sind hässlich und gehören abgeschafft.

Weil ich mit der Situation überfordert war, fing ich jetzt doch an, doof zu kichern. All diese Menschen mussten entweder ausgelacht oder in einem großen Loch auf dem Marktplatz verscharrt werden, zusammen mit mir, damit ich mich nicht mehr so schämen musste. Ein paar weitere Male machten sie noch “Aaaah”, ich kicherte und schämte mich. Dann leuchtete alles bunt. So stellten sich die Einwohner meiner Heimatstadt also Italien vor.
Bunt beleuchtet, mit Pizza.
Politische Diskussionen waren auf dem Fest nicht erwünscht, was kümmern uns die Italiener und ihre Probleme, wir haben ja ihre Beleuchtung und ihr Essen. Warum einmal im Jahr alle italienisch feiern weiß keiner so richtig, vielleicht tun wir es ja, weil die Italiener im zweiten Weltkrieg so solidarisch waren. Es gibt schließlich immer einen Grund zum Feiern.

Der Abend wurde langsam später, die Gäste weder schöner, noch jünger, noch klüger. Vor dem Pavillon hatten alle angefangen, sich die Musik schönzutrinken, die von den beiden talentierten Sängern immer noch fröhlich zum besten gegeben wurde. Mir war klar, dass man ohne Drogen unmöglich länger als zehn Minuten vor diesem Pavillon verweilen konnte, ohne sich danach in die nächste psychiatrische Anstalt einweisen zu lassen, trotzdem fand ich, dass die Leute auch einfach hätten weggehen können, anstatt jetzt mit ihren erhöhten Promillewerten vor der Bühne ihre nicht vorhandenen Tanzskills zu präsentieren. Ein Betrunkener, der sich einem entnervt wirkenden Mädchen aufdrängte, sagte ihr, sein Bier nicht aus der Hand stellend: “Ich liebe dich!”, worauf sie nicht viel mehr als einen bösen Blick zu erwidern hatte. Ich schämte mich ein weiteres Mal, weniger für den einzelnen Betrunkenen mit dem Hang zu großen Worten, sondern mehr für die tanzende Masse, die aus Tradition tiefer ins Glas geschaut hatte, als es gut für sie war. So feiern sie also, meine Mitmenschen, wenn sie mal ganz dolle verrückt sein wollen. So sind sie, wenn sie nicht in ihrem Büro sitzen und Akten sortieren. Ganz, ganz viel Spaß haben sie. Jedes Jahr zu selben Zeit, auf dem italienischen Fest. War doch schon immer so.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass es ein schöner Abend war.

2 comments Mai 23, 2009 giselerqualle

Oh my goodness.

Ich blogge also mal wieder. Bloggen ist ein hässliches Wort, fällt mir grade so auf. Ich blogge, er bloggt, sie bloggen, sie haben gebloggt. Und wie ist der Konjunktiv ? Gefällt mir nicht.

Heute war… lustig, eigentlich. Ich weiß jetzt, was man tut, wenn kaninchen durchfall haben. Das ist doch immerhin was, was ich verwenden kann, wenn ich groß bin und so. Naja, auf jeden Fall habe ich viel bei Alex rumgesessen, weil wegen Vicy füttert die Tiere :D . Jahjah.

Gleich kommt germanys next topmodel. Ich bin für Sarah, das heißt, sie wird nicht gewinnen. Eigentlich ein bisschen schade, ich sollte lieber für wen sein, den ich nicht mag, damit jemand gewinnt, den ich mag. Wobei, scheiß drauf, wer gewinnt. Wird schon.

Alles wird, irgendwie. Hachja.

Die “jetzt-mal-Heidi-Klum-bei-der-ach-so-harten-Arbeit-zugucken” – gehende Anna.

Add comment April 16, 2009 giselerqualle

Hm.hmhm.

Eine echte Arbeit in der echten Welt, die ich echt machen will. Vielleicht sogar mit echtem Geld. Oder zumindest die theoretische Chance, das alles zu haben. Mein Gott, hab ich mir ‘n Ast gefreut. Tu ich auch immer noch. Alle andern können das irgendwie nicht nachvollziehen, aber in meiner Welt versteh ich nicht warum. Ich wäre gerne mehr hysterisch rumgehüpft (oder hätte das hysterische rumhüpfen gerne mit irgendwem geteilt) … man kann eben nicht alles haben. Wenigstens weniger Zukunftsangst habe ich jetzt. In meinem Kopf scheint die Sonne und die Naivität lässt freundlich grüßen, aber ich finde das irgendwie gut. Schönes Gefühl. Das realistische Denken hat man einfach irgendwann satt. Hat eben alles Vor- und Nachteile. Eindeutiger Vorteil: Man kann nicht enttäuscht werden. Eindeutiger Nachteil: Man ist auch nie richtig froh über Sachen. Ich gehe jetzt und grinse ein bisschen meine Umwelt an. Ganz neue Perspektiven tun sich auf, kind of weird, but I kind of appreciate it.

Man wird sehen. Enttäuschungen sind schließlich gut fürs Ego, oder ?

1 comment März 11, 2009 giselerqualle
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Ach Gott ach Gottchen!

WordPress mag mich nicht. WordPress meldet mich nicht an und hasst mich. Aber ich hab es ausgetrickst. Triumph ! Ich triumphiere eben gerne. Vielleicht ist wordpress wütend weil ich es nicht benutze, aber das hat es sich selbst zuzuschreiben ;) . Hachja… Bald ist wieder Karneval ! Juche ! Betrunkene Menschen, die, in Kostümen, die sekundäre Geschlechtsmerkmale darstellen sollen, abgelaufene  Süßigkeiten  fangen, was gibt es schöneres ? Eben, viel zu viel, als dass man sich das antun muss. Oder ich sehe mal wieder alles zu schwarz, und sollte besser mal damit anfangen, in irgendeiner Garde zu tanzen und regelmäßig auf Sitzungen bescheuerte Lieder zu singen. Glaube ich nicht dran. Seit der vierten Klasse hatte ich kein Karnevalskostüm mehr. (Das eine Mal, als ich als Frau Lerche verkleidet war, zählt nicht :D !) Ich kann nie in Köln studieren, das macht mich traurig. Ich hätte da zu viel Angst mit irgendwas beworfen zu werden, weil ich keine bescheuerte Nasenprothese trage, mit der man übrigens nicht atmen kann. So ist das Leben, lieber an Atemnot sterben als nicht Karneval feiern, ganz logisch. Ich muss jetzt noch Franze machen. Und Englisch. Mein Leben ist toll.

Kölle Alaaf.

3 comments Februar 18, 2009 giselerqualle
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huihuihui

lang ists her, dass ich geschrieben habe :D Am Freitag hatte ich Geburtstag und es hat geschneit :) Schon irgendwie gut, wenn der erste Schnee im Jahr an meinem Geburtstag fällt , kann ich  mich dran gewöhnen . Morgen hat Vicäy Geburtstag, ich freu michschon weil ich schenke gerne :D So… das muss reichen an Kreativität.

3 comments November 23, 2008 giselerqualle
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menschenskinder…

… Ich hatte kein passwort :D alle möglichen kombinationen ausprobiert und keine stimmte, das mit dem “neues Passwort anfordern” hat eher so mittelgut geklappt aber… hier bin ich. Ich hab heute aufgeräumt, ein seltenes Phänomen, aber es kommt vor. Spätestens morgen früh is aber wieder alles durcheinander, ich sehe es kommen. so.

Ungefähr eineinhalb meter entfernt von mir steht ein Geburtstagsgeschenk für mich :) Dabei hatte meine Mama noch gar keinen Wunschzettel von mir, das macht mir ein bisschen Angst, hoffentlich isses was schönes. Ich müsste jetzt auch nicht danebensitzen (eine blöde Situation, ich muss mich echt überwinden, nich reinzugucken), wenn Bernhard nich kaputt wäre. :( ich gebs ja zu, er ist langsam und nicht mehr der jüngste aber ich will dass der wieder heile wird, ich kann keinen anderen Laptop haben, das halt ic nich aus :D Bernhard is doch mein Baby :D (jaja , haltet mich alle für bekloppt, ich bin nur verhaltensoriginell ;) )

Baaaald hab ich Geburtstag :) Aber ich feier nich so richtig. Noch. Weil die ich und die vicy hatten uns vorgenommen zusammen zu feiern, nachdem die Russen weg sind. Das is noch ganz schön lange hin. Egal. Hauptsache es gibt Geschenke :D .

SO. Abputzen, würd ich sagen.

Add comment November 8, 2008 giselerqualle
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Hallo, Freundee, Haaaallloo….

Ich bin krank. Aber ich bin morgen wieder gesund, das hab ich so beschlossen, deswegen wird das so gemacht. Die Kopfschmerzen sind weg, den Husten bekämpfe ich mit Eukalyptusbonbons und ich bin sowieso den ganzen Tag auf Nasenspray. Wär ja auch scheiße, weil morgen wird ein SCHÖNER Tag, das will ich so. Ha.

Ich hab übrigens gemerkt, dass ich kein Französisch mehr kann, seitdem ich immer mehr Russisch kann. Da freut sich Fr. Chain, is aber nich förderlich für meine Französischnote :D . Irgendwie kann ich nich mehr denken. “ja…ääähm…je. je ne snaju…ääähm…nein. je ne sais pas. ” oder ” Je idu…nein. Je vais na schkolu…ähm…. je vais na ecole. NEIN! ääähm…je vais a L’ecole. geschafft. ” Mal gucken, wie das bei der Arbeit so geklappt hat :D . Aber vielleicht wird das besser. Vielleicht kann ich auch dann mein Gehirn für Italienisch öffnen und nich immer denken: “Mienja savut…AAARGH, NEIN, scheiß Gehirn, komm auf dein Leben klar!”

Ich geh jetz, zu meinem Nasenspray. Wir sind nämlich SO.

Add comment Oktober 7, 2008 giselerqualle
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Austausch-artikel

Mit einer guten Portion Aufgeregtheit steigen wir in Düsseldorf ins Flugzeug ein, dann nach etwa 3 Stunden Flug und 2 Stunden Zeitverschiebung in Moskau wieder aus. Eine Lehrerin des Gymnasiums 1527 und Leiterin des Austauschprogramms an der russischen Schule erwartet und führt uns durchs Flughafengedränge zum wartenden Bus. Nachdem auch der letzte Koffer den Bus verlassen hat erfahren wir die Namen unserer Austauschschüler, die bis dahin unabsichtlich geheimgehalten wurden. Weil wir zu früh angekommen sind müssen wir erst noch ein bisschen in der russischen Kälte stehen und auf unsere Gastfamilien warten. Nach und nach werden immer mehr Schüler abgeholt, irgendwann auch ich, von Julia und ihrer Mama. Julia ist 12, hat eine ältere Schwester, keine Haustiere, besucht die 7. Klasse, wohnt in der 14. Etage eines Moskauer Plattenbaus und spricht, bis auf ein paar Fehler, gut Deutsch. Die Autofahrt nach Hause dauert eine Stunde, ich lerne das russische Wort für Stau und meine Gastmutter versucht, mit mir auf russisch zu kommunizieren. Ich verstehe zwar nur die Hälfte, probiere aber, soweit es nach einem Jahr Unterricht geht, auf russisch zu antworten. Schließlich kommen wir an einem riesigen Hochhaus an, und ich denke nur noch: “Huch!”, als wir an verformten Briefkästen und Eddingkritzeleien vorbeikommen und der Fahrstuhl beim eintreten ein Stück nach unten rutscht. Wenn man dann in die Wohnung will, muss man vier Schlösser, verteilt auf drei Türen, aufschließen, was auf das behütete Kleinstadt-Unna Kind beängstigend wirken mag. Julias Schwester steht an der Tür, begrüßt mich, zeigt mir die Wohnung und spricht fast fehlerfrei Deutsch. Glück gehabt. Später erfahre ich, dass sie mit gerade mal 16 Jahren an der staatlichen Universität Moskau studiert und plant, ab dem Wintersemester für etwa 4 Jahre nach Hamburg zu gehen. Ich werde von allen liebevoll empfangen und für meine wenigen russischen Wörter gelobt, lerne gleich am ersten Tag, dass es in Russland fast unmöglich ist, etwas abzulehnen und bin voller Vorfreude auf die nächsten 10 Tage. Die Familie wohnt in einer Wohnung mit zwei Zimmern, die Eltern schlafen im Wohnzimmer, die zwei Töchter nebenan. Für deutsche Verhältnisse klein, in Moskau ganz normal. Die Wohnung ist liebevoll eingerichtet, alles ganz im schwedischen Möbelhausstil, nur auf kleinerem Raum.
Am nächsten Morgen folgt das erste große Abenteuer. Julia wohnt nicht weit entfernt von der Schule, trotzdem würde eine Autofahrt durch den morgendlichen Berufsverkehr 2 Stunden dauern, deswegen fahren wir mit der Metro , das dauert nur 10 Minuten. Als wir die erste Treppe heruntersteigen weiß ich schon gar nicht mehr, wo ich als erstes hingucken soll. An der Seite überall kleine Geschäfte auf maximal 3 m², es gibt alles zu kaufen, von Damenunterwäsche über individuell bedruckte T-Shirts bis zu Schulheften. Geradeaus begegnet mir ein Mann mit Krücken, was ja nichts besonderes wäre, wenn er noch Füße hätte. Als wir endlich in die Metro steigen, stehe ich eingequetscht zwischen mir unbekannten Menschen und versuche krampfhaft nicht umzufallen, während ich meine Tasche gut festhalte, weil unser Lehrer uns im Vorfeld noch eine ordentliche Mütze Angst vor Taschendieben mitgegeben hatte. Neben mir steht ein Mann, der immer wieder mit der Hand von Haltestange zu Haltestange wechselt. Weil ich gerade sowieso schon in akuter Todesangst schwelge diagnostiziere ich ihm erst Kleptomanie, dann Drogensucht, dann beides. Nach endlosen 10 Minuten steigen wir aus, ich bin glücklich und Julia erklärt mir, dass es heute gar nicht so voll war.
Als wir in Erdkunde über Russland geredet haben, hat Herr Bier gesagt, dass sein schlimmstes Erlebnis die Fahrt mit der russischen Metro war. Er hätte einfach noch zehnmal fahren sollen. Denn wenn man mehrmals mit der Metro fährt, wird es egal, wer neben einem steht und ob man dem auf die Füße tritt. Es ist wie eine Wildwasserbahn in einem Freizeitpark, nur ohne Wasser und mit mehr Menschen. Beim aus- und einsteigen muss man allerdings aggressiver vorgehen, als in deutschen U-Bahnen. Die Russen drängeln, quetschen und schubsen, um sich selbst die Fahrt möglichst komfortabel zu gestalten. Als Tourist hat man da erst noch Hemmungen, man will ja der netten Oma nicht wehtun, aber wenn man nicht tüchtig egoistisch ist, dann schreit die nette Oma irgendwas auf russisch und quetscht einen genau auf die andere Seite des Ganges, obwohl man eigentlich an der nächsten Station raus muss.
Unser erster Tag in Russland beginnt mit einer Unterrichtspräsentation, die Schüler der 9. Klasse reden gerade ganz zufällig im Deutschunterricht über Nordrhein-Westfalen, wissen über das Thema so einiges, was ich nicht gewusst hätte, stehen auf, wenn sie reden und freuen sich über eine 5, in Russland die beste Note, äquivalent zur deutschen 1. Der Unterricht läuft allgemein sehr diszipliniert ab, fast jede Woche wird eine Kontrollarbeit geschrieben, nach jeder Stunde trägt der Lehrer eine Note ins Hausaufgabenheft des Schülers ein, allgemein gibt es sehr viele Hausaufgaben. Meine Gastfamilie erzählt mir, dass die Schüler in Russland oft noch nach 22 Uhr am Schreibtisch sitzen, um seitenweise Aufgaben zu erledigen. Samstags findet regulärer Unterricht statt und für die 3 Monate Sommerferien gibt ihre Literaturlehrerin ihnen eine Liste mit etwa 20 Büchern, die sie lesen sollen. Die Schuluniformen wurden inzwischen abgeschafft, auffällige Kleidung ist aber immer noch verboten.
Nach dem Unterricht wurden wir fast jeden Tag in ein anderes Museum gezerrt, wobei wir uns an einigen Tagen fragten, warum wir wissen müssen, was welcher Schriftsteller morgens zum Frühstück gegessen hat. Größtenteils war es aber interessant, sich die großen, goldenen Türme und den Kreml anzusehen. Besonders die Basiliuskathedrale, die auf keiner Postkarte fehlen darf, ist definitiv einen Besuch wert. Wenn man vor diesem großen Gebäude steht, hat man gar nicht das Gefühl, davorzustehen. Es ist eher wie ein Fantasyfilm, kaum zu erfassen und irgendwie irreal. Ebenso irreal sieht Lenins Leiche aus, die in dem Mausoleum liegt, das für ihn erbaut wurde. Eigentlich wollte der Mann neben seiner Mutter begraben werden, aber so ist das eben mit dem Ruhm, ehe man sich’s versieht liegt man tot in einem gläsernen Sarg rum und hunderte Touristen starren einen an. Ich gebe zu, dass ich auch einer von den Touristen war, im Nachhinein wäre ich es aber lieber nicht gewesen. Es ist auch gar nicht besonders sehenswert, eher ein wenig makaber.
Am Samstag Abend zeigt meine Gastfamilie mir “Moskau bei Nacht”. Ein Freund der Familie kommt als Fremdenführer mit. Wenn es dunkel ist, ist Moskau tatsächlich noch schöner. Die goldenen Türme wirken weniger prollig und mehr märchenhaft, der Fluss “Moskva” glitzert und alles hat einen unbeschreiblichen, ganz anderen Charme, als am Tag. Alles zusammen ist ein Lichtspektakel, das die Stadt Unna sich im Traum nicht vorstellen könnte.
Während den langen Autofahrten lerne ich ein neues Verkehrssystem kennen, mit anderen Regeln als in Deutschland: Wer das größere, teurere Auto hat, der hat mehr Rechte. Wenn man mal keine Lust hat, im Stau zu stehen, fährt man einfach auf dem Bürgersteig weiter und ein Bus, der sich quer über eine Kreuzung stellt, ist zwar nervig, aber kein Grund zum aufregen. Ich bin nicht viel Auto gefahren, da die Metro einfach das schnellere Fortbewegungsmittel ist, aber während einer Stunde Autofahrt kann man schon mal an drei Autounfällen vorbeikommen. Das Autoradio bietet auch keine großartige Unterhaltung, die Wortbeiträge verstehe ich nicht, weil sie auf russisch sind und die Musik setzt sich aus Modern Talking Klassikern, Michael Jackson B-Seiten und TicTacToe zusammen, manchmal wird auch die erste Solosingle von Melanie C. oder James Blunt gespielt.
Die 10 Tage neigen sich zum Ende, wir fühlen uns so langsam als eingefleischte Moskauer und wollen ganz alleine mit der Metro in eine Einkaufszone und wieder zurück fahren. Unsere Lehrer begleiten uns auf dem Hinweg, wir sind uns ganz sicher, dass wir es alleine zurück schaffen, schließlich sind wir ja schon große Kinder. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Wir verlaufen uns unter der Erde und wissen nicht mehr, wohin wir eigentlich wollten. Während wir zwei junge Mädchen nach dem Weg fragen, sagt ein Schüler aus unserer Gruppe: “So, ich geh jetzt, ich nehm die andere Linie !”, klettert über eine Absperrung und geht alleine hinaus ins große Moskau. Wir folgen trotzdem der Beschreibung der Mädchen, verfahren uns ein zweites Mal und finden eine nette Russin, die wir so lange mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Russisch verwirren, bis sie uns freiwillig bis zu unserer Zielstation fährt. Wer auch immer diese Frau war und wie sie hieß, sie hat für mich das Klischee über die unfreundlichen Russen eindeutig widerlegt und sich einen Orden verdient. Am Ende kommen wir alle an der Schule an, wenn auch mit kleiner Verspätung.
Am vorletzten Tag überlegen sich unsere Lehrer, dass wir für die Abschiedsfeier ein Theaterstück aufführen sollen. Wir meckern so lange, bis sie zum nächsten Thema übergehen, nämlich das russische Friedensfest, welches am Gymnasium 1527 jedes Jahr zelebriert wird. Die Kinder malen Bilder, singen Lieder und alle haben sich lieb. Wir sollen auch Bilder malen, Frieden in verschiedenen Sprachen aufschreiben und uns so richtig lieb haben. Meine Frage: “Was heißt denn Frieden auf Georgisch ?” wird von meinen Lehrern eher kritisch beäugt, obwohl selbst meine Gastmutter das Thema Frieden als “nicht sehr aktuell” bezeichnet.
Die Abschiedsfeier ist, bis auf eine peinliche Gesangsvorstellung einer Dame mitte dreißig, von der keiner richtig wusste, wer sie war, sehr gut und ohne ein Theaterstück der Deutschen abgelaufen. Am nächsten Tag fahren wir wieder nach Hause. Ich mag keine Abschiede, besonders keine so endgültigen. Vielleicht habe ich Menschen kennengelernt, die ich nie mehr wiedersehe und ob ich noch einmal nach Moskau fliege, ist auch fraglich. Aber man will ja schließlich zurück nach Hause, zu Famile und Freunden.
Abschließend kann ich nur noch sagen, dass ich diese 10 Tage in keiner anderen Gastfamilie, in keiner anderen Stadt und in keinem anderen Land hätte verbringen wollen. Vielleicht auf einer anderen Welt, aber das ist ein anderes Thema.

Add comment September 26, 2008 giselerqualle
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